Viele Ideen für den Rechnungsprinter entstehen nicht intern, sondern im Austausch mit unseren Kunden. Wenn uns mehrere Händler:innen unabhängig voneinander dasselbe fragen, ist das für uns ein klares Zeichen, dass etwas fehlt oder umständlicher ist als nötig. In den letzten Monaten haben wir einige dieser Wünsche umgesetzt. In diesem Beitrag zeigen wir dir, was neu ist und wie du die Features nutzt. Wir starten mit der Funktion, nach der uns am häufigsten gefragt wurde: Rechnungsadressen nachträglich ändern.
Rechnungsadresse nachträglich ändern: eine Lösung, die Shopify nicht vorsieht
Ein B2B-Kunde hat bei der Bestellung aus Versehen seine private Adresse angegeben, die Firma ist umgezogen oder es hat sich ein Tippfehler eingeschlichen und schon stimmt die Rechnungsadresse nicht mehr.
Das Problem dabei: Die vollständige Anschrift des Leistungsempfängers gehört zu den Pflichtangaben einer Rechnung (§ 14 Abs. 4 UStG). Stimmt sie nicht, kann das bei B2B-Kunden den Vorsteuerabzug gefährden. Entsprechend schnell kommt die Rechnung zurück, mit der Bitte um Korrektur. Dazu kommt der Datenschutz: Wer seine Adressdaten berichtigen lassen möchte, hat nach Art. 16 DSGVO grundsätzlich einen Anspruch darauf.
Shopify sieht eine nachträgliche Korrektur allerdings nicht vor. Rechnungen basieren auf den Bestelldaten, und die lassen sich im Nachhinein nicht mehr ändern. Selbst wenn du die Adresse am Kunden korrigierst, bleibt die Rechnung dieselbe. Bisher blieb deshalb nur ein Umweg: die Bestellung in Shopify komplett stornieren, die Kundendaten aktualisieren und die Bestellung neu anlegen. Erst aus den korrigierten Bestelldaten ließ sich dann die richtige Rechnung erzeugen. Für eine falsche Adresse ist das ein ziemlicher Aufwand.
Weil diese Anfrage nicht von einem einzelnen Shop kam, sondern immer wieder, haben wir eine Lösung direkt in den Rechnungsprinter eingebaut: für ein Problem, das sich in Shopify selbst nicht lösen lässt. Beim Erzeugen eines Ersatzdokuments kannst du jetzt die aktuelle Rechnungsadresse des Kunden übernehmen statt der Adresse aus der Bestellung. Die Bestellung selbst musst du dafür nicht mehr stornieren und neu anlegen. Dabei war uns wichtig, dass die Korrektur sauber dokumentiert ist. Die ursprüngliche Rechnung wird storniert und nicht überschrieben. Sie bleibt also unverändert erhalten, so wie es die GoBD verlangen. Das Ersatzdokument behält die ursprüngliche Rechnungsnummer mit einem Suffix und lässt sich damit eindeutig der Originalrechnung zuordnen. Dein Nummernkreis bleibt lückenlos, und die korrigierte Adresse steht dort, wo sie hingehört: auf der gültigen Rechnung.
👉 Wie das Schritt für Schritt funktioniert, liest du in unserer Anleitung: Rechnungsadresse nachträglich ändern
Was sich im Rechnungsprinter sonst noch getan hat
Die Rechnungsadresse ist nur ein Beispiel. In den letzten Monaten haben wir den Rechnungsprinter an vielen Stellen weiterentwickelt. Einige Updates machen deine Abläufe schneller, andere sorgen für sauberere Rechnungen.
Ersatzdokumente: erst prüfen, dann erzeugen
Ein Ersatzdokument zu erzeugen hat Folgen, denn die ursprüngliche Rechnung wird dabei storniert. Bisher hast du das Ergebnis erst gesehen, nachdem das neue Dokument erstellt war. Jetzt zeigt dir der Rechnungsprinter vorab eine Vorschau. Du prüfst, ob alles stimmt, und bestätigst erst dann. Das spart unnötige Stornos und doppelte Arbeit.
👉 Zur Anleitung: Rechnung neu generieren
Mehrere Rechnungen auf einmal herunterladen oder neu erzeugen
Betrifft ein Fehler nicht eine, sondern gleich mehrere Bestellungen, musstest du bisher jede Rechnung einzeln bearbeiten. Mit der neuen Mehrfachauswahl markierst du alle betroffenen Rechnungen und lädst sie gesammelt herunter oder erzeugst in einem Schritt neue Ersatzdokumente.
Split Payments sauber aufgeschlüsselt
Bezahlt ein Kunde mit mehreren Zahlungsarten, zum Beispiel mit Gutschein und Kreditkarte, stand auf der Rechnung bisher nur der Gesamtbetrag. Für deine Kunden und deine Buchhaltung war damit nicht direkt ersichtlich, welcher Betrag über welche Zahlungsart beglichen wurde. Jetzt weist der Rechnungsprinter die einzelnen Zahlungsbeträge getrennt aus.
Rechnungen für gefilterte Bestellungen
Mit dem Buchungsfilter legst du fest, für welche Bestellungen der Rechnungsprinter keine Dokumente automatisch erstellt, zum Beispiel für POS-Bestellungen. Manchmal brauchst du für eine einzelne dieser Bestellungen aber doch eine Rechnung, etwa bei einem Einkauf im Laden über 250 €, für den eine Kleinbetragsrechnung nicht mehr ausreicht. Bisher ging das nur über eine Änderung am Filter oder über unseren Support. Jetzt blendest du gefilterte Bestellungen einfach ein und erstellst Rechnung oder Gutschrift von Hand.
👉 Zur Anleitung: Rechnung für gefilterte Bestellungen erstellen
Aufgeräumtere Rechnungen
Drei kleinere Updates sorgen dafür, dass deine Rechnungen übersichtlicher und professioneller aussehen:
- Keine Dopplungen in der Beschreibung: In der Spalte „Beschreibung“ steht jetzt nur noch die gewählte Variante, etwa „30 x 30 cm“, statt noch einmal der komplette Produktname.
- DIN-Format: Das Rechnungslayout folgt jetzt dem 5008 DIN-Standard, sodass die Adresse beim Versand im Fensterumschlag richtig sitzt.
- Formatierung in der Zusatzinformation: In der Zeile für zusätzliche Rechnungsinformationen kannst du Text jetzt fett oder kursiv setzen und Links einfügen.
Wie aus Feedback Features werden
Fast alle Updates in diesem Beitrag haben mit einer Nachricht an unseren Support angefangen, oft mit einem Satz wie „Geht das bei euch irgendwie?“. Wir prüfen bei jeder Anfrage, ob dahinter ein Einzelfall steckt oder ein Bedarf, den viele Shops haben. Ist es ein wiederkehrendes Thema, bauen wir eine Lösung direkt ins Produkt, auch dann, wenn Shopify selbst dafür nichts vorsieht. Und weil Support und Entwicklung bei uns eng zusammenarbeiten, geht das oft schneller, als du vielleicht denkst.
Und damit sind wir noch lange nicht fertig: Auch in den kommenden Monaten fließen Hinweise aus dem Austausch mit unseren Kunden in die Weiterentwicklung des Rechnungsprinters ein. Wenn dir im Alltag etwas auffällt, das einfacher gehen könnte, nehmen wir das gern mit auf.
Wie zum Beispiel die Proformarechnung, mit der deine B2B-Kunden schon vor dem Versand ein Dokument bekommen: Proformarechnung in Shopify erstellen




